Todt will Zweisitzer-Formel 1-WM ab 2013


Wie P1Mag zugetragen wurde, hat FIA-Präsident Jean Todt einen Geheimplan die Formel 1 Weltmeisterschaft ab 2013 mit zweisitzigen Formelrennwagen auszutragen. Nachdem die Fahrer im Vorfeld des Grand Prix von Australien über Arbeitsüberlastung mit der Bedienung von KERS und DRS neben den ohnehin vorhandenen Einstellmöglichkeiten von Motor und Differential klagten und sogar mit Streik drohten, will Todt sein Vorhaben nun vorziehen.


Der Gedanke dahinter ist, dem Copiloten diese Aufgaben aufzutragen, zu der bei der Einführung der Turbomotoren ab 2013 noch ein zusätzlich zu betätigendes Powerboost-System hinzuzufügen, die kurzfristig den Ladedruck um 0,2 Bar erhöhen soll und so zusätzliche 80 Ps freisetzen soll. All diese Bedienungsaufgaben wird künftig er Copilot übernehmen.

Doch das Konzept eröffnet noch ganz andere Perspektiven, denn der zweite Platz hinter dem Fahrer kann noch anderweitig genutzt werden. So wird darüber nachgedacht in den Trainingssitzungen an den Freitagen A-Promis in den „Biposti“ mitfahren zu lassen. Ab Samstag würde dann der Stamm-Copilot seine Arbeit im Cockpit aufnehmen. Diese Beifahrer müssten ein Anforderungsprofil erfüllen, das eines athletisch trainierten Ingenieurs entspricht. Oder sogar eines erfahrenen Ex-F1-Piloten. Der zweite Mann im Cockpit wird, wie in der Rallye-WM, in der WM-Wertung mit aufgeführt.

Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist die naturgemäß Verringerung der Kurvengeschwindigkeiten, denn ein solcher „Biposto“ wird schwerer sein, also längere Bremswege erfordern und sein höheres Gewicht wird die Reifen noch härter beanspruchen.

Auch ist geplant die Restriktionen bei Testfahrten wieder aufzuheben, denn die Teams hätten die Möglichkeit das bei Testfahrten freie Cockpit hinter ihrem F1-Stars an Sponsoren zu vermieten, etwa für Incentives oder damit der CEO des Unternehmens sich einmal höchstpersönlich über die gute Arbeit der von seinem Unternehmen gesponserten Fahrer „an Bord“ vergewissern kann.

Das Konzept sieht ferner eine Studie vor, wonach die technischen Möglichkeiten geprüft werden sollen, einen Fahrerwechsel während eines Grand Prix zu ermöglichen, Nicht klar ist, ob der Fahrerwechsel nur für den Mann am Lenkrad und einem Ersatzmann angedacht ist, oder ob zwei vollwertige Piloten sich das Cockpit teilen sollen und dann Plätze wechseln.

Um die Einführung dieses Konzepts vorzuziehen, braucht Todt nicht nur die Zustimmung aller Teams, die Reglementsänderung müsste auch bei der nächsten FIA Weltratsitzung im Frühsommer verabschiedet werden. Aus diesem Grund gab es am Donnerstagabend vor dem Grand Prix bereits ein geheimes Treffen in Melbourne, bei dem Peter Wright, der technische Berater der FIA, das Konzept den Teamchefs vorstellte. Dem folgte eine weiteres Meeting am Flughafen Heathrow am gestrigen Donnerstag, bei dem sich Jean Todt mit allen Teamchefs traf, um seine Pläne schon für 2012 voranzutreiben. Wie erwartet, wurde kein einhelliger Beschluss erzielt. Der FIA-Präsident ist jedoch fest entschlossen sein Konzept durch zuziehen, wenn nicht mit Zustimmung der Teams ab 2011, dann ab 2013 im Sinne einer Reglementsänderung.

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