P1Mag stellt DTM-Berichterstattung ein

Pressemitteilung von: P1Mag-ezine

Das P1Mag-ezine, das erste wöchentliche e-Paper für den Fachbereich Motorsport, wird 2010 nicht über die Rennen des Deutschen Tourenwagen Masters berichten. Die Entscheidung hierzu wurde von der Chefredaktion in Absprache mit zuarbeitenden Journalisten des seit vergangenen Mai kostenlos über die eigene Homepage erscheinenden Fachmagazins getroffen.

„Es wurden mir vermehrt Beschwerden von freien Journalisten vorgetragen, wonach der Serienpromoter ITR eine nicht nachvollziehbare Akkreditierungspolitik für die DTM-Veranstaltungen praktiziert“, argumentiert Mario-Alberto Bauér, Initiator und Chefredakteur von P1Mag. „Wenn gewisse Fachblätter mit Journalisten-Akkreditierung für bis zu vier Mitarbeitern ausgestattet werden, anderen aber ohne Angabe von präzisen Gründen und mit schlichtem Verweis auf die – beliebig auslegbaren – Akkreditierungs–Richtlinien die journalistische Arbeit unmöglich gemacht wird, dann kann das so nicht hingenommen werden.“

Bauér, Anfang der achtziger Jahre selbst erfolgreicher Rennfahrer und seit Mitte der Achtziger zum kleinen Kreis der fachlich kompetenten und international agierenden Fachjournalisten zählend, bestätigt ähnliche Erfahrungen im Vorjahr selbst gemacht zu haben. „Eine Pressestelle, ganz gleich ob von einem Verband, eines Veranstalters oder Promoters, ist dazu da, Journalisten Zugang zu fundierter Information und Recherche vor Ort zu ermöglichen und dabei solche Antragsteller, die nicht einer journalistischen Tätigkeit nachgehen, eben auszufiltern“, erklärt der 50-jährige. „es fällt mir schwer zu glauben, dass der ITR-Vorstand keine Ahnung davon hat, wie in der hauseigenen Pressestelle stattdessen gearbeitet wird.“

Klagen diesbezüglich waren schon im Vorfeld des Saisonfinales 2009 in Hockenheim durch verschiedene Medienvertreter zu vernehmen und ähnliches soll es im Vorfeld der Präsentation in Wiesbaden erneut gegeben haben. Eine anfänglich von vereinzelten Journalisten angedachte rechtliche Würdigung, sei es als Beschwerde bei den geeigneten Instanzen, sei es als Sammelklage, etwa auf Recht auf Arbeit, will sich P1Mag jedoch nicht anschliessen. „Natürlich könnte man gerichtlich prüfen lassen, inwieweit sich die ITR mit dem gezeigten Vorgehen bei vereinzelten Akkreditierungsanträgen nicht bereits der Wettbewerbsverzerrung schuldig gemacht hat. Schliesslich hat man gewisse Medien anstandslos mit mehreren Reportern vor Ort arbeiten lassen, anderen hat man die Arbeit gänzlich unmöglich gemacht. Doch was hätten wir davon zu klagen? Ein solches Verfahren kostet nur wertvolle Zeit und Geld, dass sich deutlich sinnvoller einsetzen lässt. Und so etwas ist langatmig. Bis da endlich ein Richterspruch fällt, gibt es die DTM vielleicht gar nicht mehr. Lohnt also nicht.“

P1Mag berichtete 2009 über 73 verschiedene Rennserien, darunter mit 5-6 Seiten pro Rennen von der DTM, und plant zur Jahresmitte hin eine signifikante Erweiterung des Angebots. „Wir haben mit 95% der Veranstalter und Promoter rund um den Globus ein gutes, professionelles Arbeitsverhältnis. Vor allem mit der FIA, was die vom Weltverband überwachten Rennserien betrifft, klappt das reibungslos – inklusive bei der Formel 1. Anders ließe sich ein so ambitioniertes und innovatives Objekt wie P1Mag nicht auf die Beine stellen“, betont Bauér. „Folglich konzentrieren wir uns mit unserer Berichterstattung auf jene Motorsport-Veranstaltungen, im Rahmen derer man fair und professionell mit Journalisten umgeht und stellen die DTM-Berichterstattung eben ein.“

Leicht ist Mario-Alberto Bauér die Entscheidung dennoch nicht gefallen. „Als echter Racer bedauere ich natürlich sehr, dass wir die Arbeit von Fahrern und Ingenieuren nicht werden würdigen können. Und natürlich ist es schade für die in der DTM investierenden Sponsoren und jene Hersteller, die in den Rahmenrennen aktiv sind und denen allesamt weitere Exposure dadurch entgeht. Aber wir mussten auf diese unglaublichen Vorgänge, die im Hinblick auf die in der Bundesrepublik Deutschland geltende Pressefreiheit durchaus bemerkenswert sind, ein Zeichen setzen und entsprechend resolut reagieren “, schildert Bauér die Beweggründe für diese Entscheidung.

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